Dreifach-Einsatz im Mittelmeer
Segelschiff NADIR evakuiert 47 Menschen von verlassener Ölplattform
Das Segelschiff NADIR der deutschen NGO RESQHIP hat insgesamt 90 Personen aus Seenot im zentralen Mittelmeer. In drei dicht aufeinanderfolgenden Einsätzen evakuiert die Crew der NADIR zuerst 47 Personen von der verlassenen Ölplattform Didon in internationalen Gewässern. Nur wenige Stunden später trifft sie auf weitere 43 Personen in Seenot auf zwei seeuntauglichen Booten.
Mehrfach fanden in den letzten Wochen und Monaten Evakuierungen von Flüchtenden statt, die auf verlassenen oder aktiven Ölplattformen im Mittelmeer gestrandet waren.
“Es ist unerträglich zu wissen, dass Personen – darunter viele Kinderund Schwangere – stundenlang auf einem solchen Gerüst ausharren. Auf diesen Plattformen sind sie schutzlos Wind und Wetter ausgesetzt. Sie klammern sich an die bloße Hoffnung, gefunden zu werden. Und das nur, weil die EU sie nicht einreisen lässt!”
– Francesca Renon, Crewmitglied
Kurz nach Abschluss der Evakuation erhielt die NADIR einen Notruf über einen weiteren Seenotfall in tunesischen Gewässern von der zivilen Notruf-Hotline Alarm Phone ein. In Absprache mit den zuständigen tunesischen Behörden, konnte die NADIR um vier Uhr morgens die Menschen in Seenot auf einem kleinen Holzboot finden. Während die Crew eine Evakuierung der 24 Menschen vorbereitete, näherte sich unvermittelt ein weiteres Boot – auch dieses seeuntauglich. Die Crew der NADIR nahm auch diese weiteren 19 Personen an Bord.
“Momentan liegen die meisten zivilen Rettungsschiffe festgesetzt in italienischen Häfen. Gleichzeitig erleben wir den tödlichsten Jahresauftakt seit Beginn der Aufzeichnungen. Dass wir heute Nacht in drei Einsätzen hintereinander Unterstützung leisten mussten, verdeutlicht umso mehr, wie dringend unsere Arbeit auf der Fluchtroute gebraucht wird.”
– Lina von Dobschütz, Vorstand
Mit 90 Personen an Bord machte sich die Crew der NADIR in den frühen Morgenstunden auf den direkten Weg nach Lampedusa, dem zugewiesenen sicheren Hafen. Am frühen Abend konnten dort alle Überlebenden sicher an Land gehen – darunter eine Schwangere, mehrere Minderjährige, zwei Kleinkinder und ein Baby.
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