RESQSHIP rettet 41 Menschen in Seenot

Pressemitteilung vom 26. April 2023  

Erfolgreicher Rettungseinsatz auf dem zentralen Mittelmeer –  41 Menschen gehen in Lampedusa sicher an Land

Am Mittwochmorgen traf die Crew des Motorseglers Nadir von RESQSHIP e.V. auf ein manövrierunfähiges Stahlboot mit 41 Menschen an Bord. Nach einem zweistündigen Rettungseinsatz konnten alle Personen erfolgreich gerettet und im Anschluss nach Lampedusa gebracht werden. Unter den Geretteten befanden sich unter anderem eine schwangere Frau und ein Kind.

Durch einen Hinweis des Frontex-Flugzeugs Osprey 2 wurde die Nadir auf den Seenotfall aufmerksam. Etwa eine halbe Stunde später fand die Crew das überfüllte und kentergefährdete Boot in der maltesischen SAR-Zone. Die Menschen, die bereits seit zwei Tagen unterwegs waren, trieben aufgrund des defekten Motors manövrierunfähig auf offener See. Nachdem die Crew den Notfall gemeldet und die Menschen mit Rettungswesten versorgt hatte, wurde sie von den italienischen Behörden dazu aufgefordert, die Menschen an Bord zu nehmen und nach Lampedusa zu bringen. Am späten Mittag beendete die Crew die Evakuierung und machte sich mit den Geretteten an Bord auf den Weg nach Lampedusa. Unter den 41 Geretteten befinden sich neben der schwangeren Frau und einem vierjährigen Kind sechs weitere Frauen und zahlreiche Minderjährige.

„Die Lage war sehr kritisch. Das Stahlboot war komplett überladen. Diese Art von Booten hat keinen eigenen Schwimmkörper und kann nach Wassereintritt binnen schnellster Zeit sinken. Wir waren auf alles vorbereitet“, beschreibt Cat Spangehl, Kommunikationskoordinatorin auf der Nadir. Diese Art von Booten taucht seit letztem Jahr vermehrt auf und ist höchstgefährlich. 

Seit Wochen spitzt sich die Lage auf dem Mittelmeer immer weiter zu. Allein in den letzten Wochen kamen mehrere Tausend Personen auf der Insel Lampedusa an. Seit Ankunft im Einsatzgebiet empfing die Nadir kontinuierlich Funksprüche über Boote in Seenot. „Wir hätten uns gefreut, wenn wir die Überlebenden nicht selbst nach Lampedusa hätten bringen müssen, um weitere Boote in Not unterstützen zu können. Aber wir sind froh, dass wir helfen und die zur Zeit völlig überlasteten italienischen Rettungskräfte entlasten konnten“, sagt Friedhold Ulonska, Kapitän der Nadir. Die Nadir ist kein Rettungsschiff. Sie ist zwar gut zur Erstversorgung geeignet, aber nicht dafür ausgelegt, eine große Personenzahl zu transportieren.

Seit Sonntagnacht sind mindestens vier Boote im zentralen Mittelmeer verunglückt, viele Menschen werden vermisst. Laut IOM ist 2023 das bisher tödlichste Jahr seit 2017. Erst während des vergangenen Einsatzes der Nadir am Osterwochenende musste die Crew der Nadir den Tod von 23 Menschen bezeugen.

RESQSHIP-Einsatz_26.April-2023_Evakuierung-Drohnenbild
RESQSHIP-Einsatz_26.April-2023_überfülltes-Stahlboot

Menschen, darunter auch eine Schwangere und ein Kleinkind trieben manövrierunfähig in einem Stahlboot zwischen Tunesien und Lampedusa.

RESQSHIP-Einsatz_26.April-2023_Evakuierung-auf-Nadir

Die Crew der Nadir evakuierte die Menschen in Seenot und nahm sie zu sich an Bord.

Bildnachweis: RESQSHIP / Leon Salner

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