EINLADUNG ZUM PRESSETERMIN AM VORABEND DES PAPSTBESUCHS 25. Juni 2026
Am 4. Juli besucht Papst Leo XIV. Lampedusa. Aus diesem Anlass haben sich sechs Organisationen zusammengeschlossen, um am Vorabend der offiziellen Feierlichkeiten über die aktuelle Situation auf der Fluchtroute im zentralen Mittelmeer aufzuklären. Im Zentrum der Veranstaltung stehen die Berichte von Ragazzi Baye Fall und Refugees in Libya – zwei selbstorganisierte Initiativen, die gegründet wurden von Personen mit eigener Fluchterfahrung und der damit verbundenen Gewalt und Repression.
Während der Papstbesuch ein womöglich nur flüchtiges Schlaglicht auf Migrationsbewegungen im zentralen Mittelmeer wirft, informieren Ragazzi Baye Fall, Refugees in Libya, Mediterranean Hope – Federazione delle Chiese Evangeliche in Italia (FCEI), Maldusa, Resqship und Sea-Watch aus erster Hand über die eskalierende Realität des Grenzregimes. Basierend auf ihren eigenen Fluchterfahrungen und der täglichen Arbeit vor Ort in Solidarität mit den ankommenden Menschen, werden die Sprecher:innen die anhaltenden systemischen Ungerechtigkeiten offenlegen, die oft unerzählt bleiben. Die Redner:innen werden zudem die aktuellen Entwicklungen am Ankunftsort in Lampedusa, dem Kai Molo Favaloro, nach dem Inkrafttreten der jüngsten Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) darlegen.
Wir laden alle interessierten Journalist:innen zu dem Pressetermin ein. Nach drei kurzen Eingangsstatements auf Italienisch und Englisch besteht die Möglichkeit für individuelle Interviews, Nachfragen und Radio-/TV-O-Töne:
- Datum, Uhrzeit: 3. Juli 2026, 18:00 Uhr
- Ort: Agricola ’Mpidusa, Contrada Imbriacola (nahe des Hotspots)
Neben den Hauptsprecher:innen stehen Ihnen auch Vertreter:innen der Mitorganisator:innen Resqship und Sea-Watch für Fachfragen und Interviews zur Verfügung.
Seit 2021 macht Refugees in Libya auf die Situation von Menschen auf der Flucht in dem nordafrikanischen Land aufmerksam. In einem ersten Beitrag wird Naeima Yaqoub, Mitbegründerin und Präsidentin der Organisation, über die schwere Gewalt und die extremen Missstände sprechen, denen Flüchtende in Libyen ausgesetzt sind.
»An Papst Leo XIV., an die Medien und die Zivilgesellschaft in Lampedusa: Wir appellieren an Sie, über das Ufer hinauszublicken. Für viele Menschen ist Lampedusa das Ziel und nicht die Außengrenze. Sie beginnt in Libyen, in Haft, in Angst, bei Verschleppungen auf See, gefördert durch Abkommen, die Gewalt hinter Migrationsmanagement verstecken. Als Refugees in Libya sprechen wir mit Überlebenden und für diejenigen, die zum Schweigen gebracht wurden. Wir begrüßen jede Geste des Mitgefühls, aber Mitgefühl muss zu Verantwortung werden. Europa muss sich für Schutz, Würde und Leben statt für Eindämmung entscheiden.«.
– Naeima Yaqoub, Mitbegründerin und Präsidentin von Refugees in Libya
Im Anschluss folgt der Beitrag von Seck Baye Fall, dem Koordinator von Ragazzi Baye Fall in Lampedusa. Die selbstorganisierte Initiative der senegalesischen und gambischen Diaspora setzt sich aktiv für die Rechte der sogenannten boat drivers (dt. Bootsführer:innen) ein. Dabei handelt es sich um Menschen, die sich unwilletlich in der Verantwortung wiederfinden, Fluchtboote zu steuern – oder dessen bezichtigt werden – und unter dem Vorwand der Bekämpfung von Menschenhandel kriminalisiert und strafrechtlich verfolgt werden.
In einem dritten Beitrag werden sich die Sprecher:innen von Maldusa und Mediterranean Hope-FCEI auf die Umsetzung der beschleunigten Grenzverfahren sowie auf die aktuellen Auswirkungen der neuen GEAS-Reformen konzentrieren. Sie werden diese im Rahmen der zunehmenden Externalisierung und Militarisierung der Migrationskontrolle einordnen.
Pressekontakte:
- Refugees in Libya: David Yambio, +393515136619, yambio@refugeesinlibya.org
- Ragazzi Baye Fall: Cheikh Baye Fall, +393895543249, ragazzibayefall@gmail.com
- Maldusa: Edoardo Avio, +39 3517635899, info@maldusa.org
- Mediterranean Hope-FCEI: Francesca Saccomandi, +39 371 543 4697, mh.lampedusa@fcei.it
- Resqship: Merle Dammhayn, +39 331 4218860, presse@resqship.org
- Sea-Watch: Luca Faenzi, +39 338 836 4299, italy-office@sea-watch.org
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