RESQSHIP-Crew rettet 34 Menschen

Am 09.09.2019 hat die RESQSHIP-Crew an Bord des Schiffes Josefa während einer Beobachtungsmission 34 Menschen – darunter eine schwangere Frau und ein Baby – aus Seenot von einem kleinen Schlauchboot gerettet. Alle Personen wurden zuerst auf dem Schiff aufgenommen und an Deck erstversorgt. In der Nacht verschlechterten sich die Wetterbedingungen aufgrund eines Gewitters massiv, die geretteten Menschen konnten aber auf dem Rettungsschiff Ocean Viking in Sicherheit gebracht werden.

Am Mittag des 09.09.2019 erhielt unsere Crew auf See vom zivilen Suchflugzeug Moonbird die Information, dass sich westlich der eigenen Position in internationalen Gewässern ein Boot in Seenot befindet. Da das Schiff das nächstgelegenste war, kam die Crew selbstverständlich ihrer seemännischen Verpflichtung zur Hilfeleistung nach und nahm Kurs auf die genannte Position.

Bei der Suche wurde unsere Crew auch von der sogenannten libyschen Küstenwache über Funk um Hilfe gebeten. Am Abend konnte unsere Crew ein kleines Schlauchboot mit 34 Personen (darunter Frauen und ein Baby) an Bord ausfindig machen. Wärmedecken und Trinkwasser wurden ausgeteilt. Zuerst wurden eine schwangere Frau und ein Baby an Bord genommen. Aufgrund der Instabilität des Flüchtlingsbootes wurden danach alle Menschen an Bord geholt. Nachdem alle Menschen auf der Josefa in Sicherheit gebracht worden waren, traf ein libysches Patrouillenboot ein, vergewisserte sich, dass alle Menschen gerettet wurden und bot Unterstützung an. Das libysche Boot zog sich daraufhin wieder zurück.

Um gemäß den Vorschriften des Seerechts die Menschen an einen sicheren Ort zu bringen, nahm unsere Crew Kontakt zum Rettungsschiff Ocean Viking von SOS Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen auf. Unser Skipper Friedrich Reich informierte die Rettungsleitstelle in Tripolis und bat um Zustimmung, dass die geretteten Menschen an die Ocean Viking übergeben werden können. Eine Antwort blieb leider aus. „Zwischenzeitlich verschlechterten sich die Wetterbedingungen derart, dass die Sicherheit der Menschen an Bord des Segelschiffes nicht länger zu gewährleisten war“, so Friedrich Reich. Aufgrund der drohenden Notsituation wurden alle Geretteten sicher an Bord der Ocean Viking gebracht.

Wir freuen uns, dass alle 34 Menschen überlebt haben und sich nun in Sicherheit befinden. Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit mit SOS Mediterranee / MSF und für die schnelle Hilfe. Wir danken außerdem unserer Crew für ihren entschlossenen Einsatz.

Während es keine staatliche europäische Seenotrettung mehr gibt und zivile Rettungsschiffe blockiert und festgesetzt werden, geraten weiter Menschen auf See in akute Not. Wir fordern eine europäische Politik, die Menschen nicht ertrinken lässt und im Sinne der Humanität an nachhaltigen Lösungen arbeitet.

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