RESQSHIP erwirbt neues Schiff und startet Partnerschaft mit „Armut und Gesundheit in Deutschland“

RESQSHIP hat ein neues Schiff erworben, mit dem der Hamburger Verein 2021 wieder humanitäre Missionen im zentralen Mittelmeer aufnehmen wird. Als medizinischer Partner steht dafür zukünftig der Mainzer Verein „Armut und Gesundheit in Deutschland“ zur Seite.

Bereits 2019 führte RESQSHIP mit dem damaligen Segelschiff „Josefa“ zahlreiche Beobachtungsmissionen vor der libyschen Küste durch. Dabei konnten die Crews des Vereins Maßnahmen zur Seenotrettung unterstützen, auf die Notlage flüchtender Menschen vor Ort hinweisen, Rechtsverstöße dokumentieren und selbst Menschenleben retten. Nachdem die humanitäre Arbeit im vergangenen Jahr aufgrund rechtswidriger Änderungen des Schiffssicherheitsrechts durch das Bundesverkehrsministerium blockiert war, nimmt der Verein seine Missionen 2021 wieder auf – mit einem neuen und größeren Schiff.

Mit „Armut und Gesundheit in Deutschland“ geht RESQSHIP zudem eine Partnerschaft auf finanzieller, strategischer und insbesondere medizinischer Ebene ein. So hat der Mainzer Verein bereits den Schiffskauf finanziell gefördert und im medizinischen Bereich mitgewirkt. Auch bei der Erarbeitung eines Corona-Schutzkonzeptes für die anstehenden Missionen wird „Armut und Gesundheit“ die eigene Expertise einbringen. Die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen besteht schon seit Jahren und wurde insbesondere durch die Mainzer RESQSHIP-Ortsgruppe auf der lokalen Ebene gefördert. 

Der Verein „Armut und Gesundheit“ leistet seit vielen Jahren sowohl in Deutschland als auch im Ausland medizinische Hilfe für sozial benachteiligte, für von Armut und Not betroffene Menschen. „Die Situation von Menschen auf ihrer Flucht vor Krieg, existentiell bedrohlicher Armut und ökologischen Katastrophen ist katastrophal. Die europäische Staatengemeinschaft wird seiner diesbezüglichen Fürsorgeverantwortung nicht gerecht“, sagt Prof. Dr. Gerhard Trabert, Vorsitzender von Armut und Gesundheit in Deutschland e.V. Umso wichtiger sei es, in enger Kooperation mit engagierten zivilgesellschaftlichen Hilfsorganisationen diesem Unrecht entgegenzutreten. „Das Mittelmeer ist weiterhin die tödlichste Fluchtroute der Erde. Die staatlichen Hilfsmaßnahmen versagen, zivile Seenotrettung wird immer wieder kriminalisiert und bei ihrer Arbeit be- und gehindert. Mit der nun beginnenden engen Kooperation mit RESQSHIP wollen wir ganz bewusst ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen auf der Flucht generell und speziell über das Mittelmeer setzen. Zudem solidarisieren wir uns eindeutig mit den zivilen Seenotrettungsaktivist*innen und fordern die Politik auf, endlich das Sterben im Mittelmeer durch humanitäre Hilfe zu verhindern“, so Trabert weiter. 

„‘Armut und Gesundheit‘ praktiziert durch Hilfsprojekte im In- und Ausland täglich den würdevollen Umgang mit allen Menschen. Unsere Partnerschaft sehen wir als starkes Element, um gemeinsam auch zukünftig wichtige Akzente für Menschenrechte im Mittelmeerraum zu setzen und Menschen in Not zu helfen“, erklärt Laura Fabich, Vorstandsmitglied von RESQSHIP e.V.

Gemeinsames Ziel ist es, mit dem neuen Schiff die Menschenrechtslage im zentralen Mittelmeer zu beobachten, die Situation vor Ort zu dokumentieren und im Rahmen der allgemeinen Pflicht zur Hilfeleistung auf See in Notfällen auch Menschen aus Seenot zu retten und medizinische Erstversorgung zu leisten. Durch seine Arbeit und Berichte will RESQSHIP ein Wegsehen der EU auf der tödlichsten Fluchtroute der Welt unmöglich machen.

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