Segelboot Nadir rettet 47 Menschen in Seenot

Pressemitteilung vom 28. April 2023:  

Erfolgreicher Rettungseinsatz – Gerettete gehen in Lampedusa sicher an Land

Bereits zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Tagen baten die italienischen Behörden die Nadir von RESQSHIP e.V. um Unterstützung, um Menschen in Seenot nach Lampedusa zu bringen. Am Freitagmorgen traf die Crew des Motorseglers auf ein stark kentergefährdetes Stahlboot mit 47 Menschen an Bord. In das Boot drang Wasser ein. Als sich die Wetterbedingungen verschlechterten, nahm die Crew die Menschen an Bord der Nadir und brachte sie nach Lampedusa, wo sie sicher an Land gehen konnten. In der Nacht zuvor leistete die Crew bereits 54 Personen auf einem manövrierunfähigen Holzboot Nothilfe.

Die Nadir fand das mit 47 Personen überfüllte Stahlboot am frühen Freitagmorgen in der maltesischen SAR-Zone. Sie meldete den Notfall den Behörden, versorgte die Menschen mit Rettungswesten und begleitete das noch fahrtüchtige Boot in Richtung Lampedusa. Unter den Insassen befanden sich 14 Frauen, darunter eine Schwangere, ein Kleinkind und mehrere Minderjährige. Die Menschen waren am Donnerstagabend von Sfax (Tunesien) aus gestartet. Sie stammen überwiegend aus Guinea und der Elfenbeinküste. Als sich gegen Mittag die Wetterbedingungen verschlechterten und Wasser in das Boot eindrang, baten die italienischen Behörden die Crew, die Menschen an Bord der Nadir zu nehmen und nach Lampedusa zu bringen. Nach einem einstündigen Rettungseinsatz machte sich die Nadir auf den Weg nach Lampedusa und versorgte dabei zwei medizinische Notfälle. Dort konnten die Menschen am frühen Abend sicher an Land gehen.

„Das Boot war instabil, völlig überladen und lag sehr tief im Wasser. Durch die Wellen bestand akute Kentergefahr. Im Inneren stand bereits Wasser. Die Menschen wurden immer panischer. Trotz der kritischen Situation mussten wir lange auf die Erlaubnis der italienischen Behörden warten, um die Menschen an Bord nehmen zu dürfen. Wir sind froh, dass nun alle Personen wohlauf sind und sicher an Land gehen konnten”, sagt Cat Spangehl, Crewmitglied auf der Nadir.  

Erst in der Nacht zuvor hatte die Crew der Nadir einen anderen Seenotfall unterstützt: Ein mit 54 Menschen überladenes Holzboot trieb manövrierunfähig in der maltesischen SAR-Zone. Nachdem die Nadir das Boot über Stunden hinweg begleitete, konnten die Menschen von der italienischen Küstenwache gerettet und nach Lampedusa gebracht werden. „Wir können kaum den Überblick behalten über all die Seenotfälle, die die letzten Tage gemeldet wurden. Der blinde Fleck Europas verzeichnet momentan so viele Tote wie schon lange nicht mehr. Gleichzeitig werden zivile Seenotrettungsschiffe mit Kapazität für viele Hundert Menschen festgesetzt oder in Häfen nach Norditalien geschickt und so für Tage oder Wochen aus dem Verkehr gezogen. Es braucht jetzt dringend alle verfügbaren Kapazitäten vor Ort sowie eine europäische Rettungsoperation, die die italienische Küstenwache unterstützt. Langfristig müssen sichere Fluchtwege geschaffen werden, um das Sterben zu beenden”, fordert Leon Salner, Crewmitglied auf der Nadir

Es ist der dritte Einsatz der Crew innerhalb weniger Tage. Erst am Mittwoch hatten die italienischen Behörden die Nadir angewiesen, 41 Menschen aus einem Boot in Seenot zu sich an Bord zu nehmen und nach Lampedusa zu bringen. Die italienische Küstenwache war selbst rund um die Uhr im Einsatz und konnte nicht alle Seenotfälle selbst retten. Wegen der aktuellen Lage in Tunesien machen sich seit Beginn des Jahres wieder mehr Menschen auf den Weg über das Mittelmeer.

RESQSHIP_Ausgabe-Rettungswesten

Die Nadir fand 47 Menschen in einem stark kentergefährdeten Stahlboot und versorgte sie mit Rettungswesten.

RESQSHIP_Gäste-Nadir

Die Nadir mit den Geretteten auf dem Vordeck auf dem Weg nach Lampedusa.

RESQSHIP_Evakuierung_Nadir

Als immer mehr Wasser in das Stahlboot eindrang, nahm die Nadir die Menschen zu sich an Bord. 

RESQSHIP_Holzboot-nachts

Bereits in der Nacht davor half die Nadir bei der Erstversorgung eines manövrierunfähigen Holzbootes mit 54 Menschen an Bord, die später von der italienischen Küstenwache geborgen wurden. 

Bildnachweis: RESQSHIP / Leon Salner

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